Donnerstag, 7. März 2013

Review: Agilent U1241B

Ein weiteres Multimeter im Test. Das Agilent U1241B ist im Mittelfeld von Agilents Lineup. Mit 10000 Counts und 0.09% Grundgenauigkeit liest es sich erstmal nicht so beeindruckend wie das DM9199 vom letzten Test. Warum ich es trotzdem fürs bessere Multimeter halte lest ihr im Review.






Spezifikationen/Funktionen

Das U1241B ist ein 10000 Count Meter mit einer Grundgenauigkeit von 0,09%. Das ist so erstmal nicht Super beeindruckend, aber dafür gibts mit dem Gerät ein Kalibrierungszertifikat, das einem bescheinigit, dass es diese Spezifikationen auch erfüllt. Das schafft eine Menge vertrauen. Und so weit ich das nach vollziehen kann wird dieses auch nicht enttäuscht. Die Messmöglichkeiten umfassen die üblichen Messfunktionen wie Spannung, Strom(mit µA-Bereich), Widerstand, Kapazität, Dioden, Temperatur, Duchgangsprüfung, Frequenz und als Besonderheit ein Switchcounter, dessen tieferer Sinn sich mir bis Heute nicht erschlossen hat. Dazu kommt noch ein zweistufiges Backlight mit abschaltbaren Auto-Off, eine Relativ-Funktion,Auto-Hold und Min/Max/Avg jeweils mit Auto-Ranging. Das kann ein Fluke 87-V zum Beispiel nicht. Gekrönt wird das ganze von der wahrscheinlich schnellsten Update-Rate die ein Multimeter zur Zeit bieten kann.
Doch wo sehr viel Licht ist gibt's auch Schatten und beim U1241B kommt dieser in Form des eher gemächlichen Durchgangsprüfers. Nicht ganz unbrauchbar, aber auch nicht weit weg. 

Verarbeitung

Auch in einem modernen Messgerät geht's nicht ganz ohne 74er IC
Die Farbe des Meters ist Geschmackssache, aber davon abgesehen macht es optisch einen hervorragenden Eindruck. Das ganze Teil fühlt sich klasse an. Es macht richtig Spaß es anzufassen. Kein knarzen, nichts. Ich würde ohne Probleme Geld drauf wetten, das es 10 Jahre hält. Wenn nicht länger. Betrieben wird es mit 4 Micro-Batterien. Diese verbergen sich hinter einer Klappe die von einer Maschinen schraube mit Metallmutter gehalten wird. Zugriff auf die Sicherungen gibt es auch hier leider nicht. Dazu muss man das Meter aufmachen. Dies geschieht mit 4 Maschinen schrauben in Metallmuttern. Das macht Sinn. Immerhin ist es denkbar, dass man die Sicherungen ab und zu mal auswechseln muss. Das Gehäuse weißt die übliche Nut/Lippe konstruktion auf um evtl. Explosionen im Gerät und Staub und Wasser draussen zu halten.
Um an die 11A Sicherung zu kommen muss
man das PCB ausbauen,  bescheuert.
Das Innere setzt den guten Eindruck fort. Alles sieht sauber aus. Die Qualität der Lötstellen ist von oberster Güte. Doch was ist das nur eine Sicherung und keine Eingangsabsicherung? Kann das angehen? Nein natürlich nicht, die 11A Sicherung sowie eine Ordentliche Eingangsabsicherung befinden sich auf der Unterseite des PCBs. Jupp ihr habt richtig gelesen, um die 11A Sicherung zu wechseln muss man nicht nur das Multimeter aufschrauben sondern auch die Platine mit vier extra Schrauben ausbauen. Welcher Gehirnakrobat hatte denn diese TOTAL BESCHEUERTE Idee? Ok, 11 A sind viel, vor allem im Elektronikbereich. Die Chancen stehen also ganz gut, dass man die Sicherung selten bis nie wechseln muss, blöd ist es aber trotzdem.

Handling

Der Ständer lässt sich für einen flacheren Winkel abknicken


Auch in Sachen Handling leistet sich das U1241B keine großen Schwächen. Der Bereichswahlschalter, ist ziemlich leichtgängig, bietet aber ein gutes Feedback. Für meine Finger wäre etwas größer nicht verkehrt gewesen, aber es hat ja nicht jeder solche Wurstfinger wie ich. Auch im Tischplatten test gibt es wenig zu motzen, es hat zwar nicht ganz so viel Bodenhaftung, wie manch anderes Multimeter, aber durch den wie schon erwähnt leichtgängigen Drehschalter, gleicht sich das aus. Der Ständer fühlt sich ziemlich stabil an und lässt sich problemlos ein und ausklappen. Er bietet zwei unterschiedliche winkel an in denen sich das MM aufstellen lässt. Das Meter steht gut auf dem Ständer. Auch hier wirkt sich der Drehschalter wieder Positiv aus. Das Einschalten und Knöpfedrücken werden mit einem einstellbaren(Frequenz) und abschaltbarem Piepen quittiert. Beim durchschaltern der Bereiche hält sich das Meter aber geschlossen. Die Knöpfe haben gute Druckpunkte, keine Beanstandungen.  
Die Messspitzen sind zwar sicher, aber unpraktisch
Die Messleitungen sind aus Silikon und als 1000V Cat.III 600V Cat. V gekennzeichnet. Die komplett isolierten Messspitzen kann man von den Kabeln abziehen und tauschen, bzw. das Kabel alleine benutzen. 

Fazit

Das Agilent U1241B ist ein super allround Multimeter, für jeden der keinen super-schnellen Durchgangsprüfer braucht. Auflösung und Genauigkeit sollten für so ziemlich jeden Einsatzzweck ausreichen und die Verarbeitung Klasse.
Der zugegebenermaßen nicht ganz billige Preis geht durchaus in Ordnung auch wenn ich finde, das Agilent ruhig einen Temperaturfühler mit in den Karton packen könnte. 
Alles in allem bekommt man hier ein Messgerät, das nicht nur funktioniert, sondern dabei auch noch Spaß macht.  

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